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OpenSource Shopsystem Magento im Test

geschrieben am: 04.10.2009 19:00:38 Uhr, Typ: Blog
Tags zu diesem Artikel: Magento Open Source OS Commerce Onlineshop

Magento

In der letzten Zeit hört man immer häufiger von Magento, einem OpenSource Shopsystem. Heute habe ich mir das Shopsystem Magento in der Version 1.3.1 etwas genauer angeschaut und werde in den folgenden Zeilen (auch wenn es sicherlich einige werden) darüber berichten.
Die Installation des Onlineshops ist sehr einfach. Sie geschieht in mehreren Schritten, die sehr übersichtlich sind und dem Nutzer Erklärungen zur Installation geben. Nachdem die Installation abgeschlossen ist kann es an das Eingemacht gehen. Sowohl das Frontend als auch das Backend funktionieren bereits nach der Installation problemlos (ist leider nicht bei allen Shopsystemen immer so!). Also los geht’s!
Wenn man sich als Administrator im Backend einloggt findet man zu allererst ein Dashboard vor, welches nach einer neuen Installation natürlich noch nicht mit Daten gefüllt ist, in einem laufenden Shop den Administrator zuverlässig mit den wichtigsten Informationen versorgt. So werden die Umsätze, die letzten Bestellungen und die Top-Suchbegriffe standardmäßig auf dem Dashboard angezeigt.
Doch kommen wir zum ersten Bereich des Backends. Er nennt sich Sales und bietet Übersichten zu verkauften Produkten. Die Verkäufe werden an dieser Stelle in die einzelnen Aufträge aufgeteilt angezeigt und per Klick auf einen Vorgang können erweiterte Informationen über diesen Aufgerufen werden. Sodass die Verwaltung erleichtert wird.
Im „Catalog“ können als wichtigste Funktionen Produkte hinzugefügt werden, Gruppen angelegt werden, Produktattribute definiert werden und im aktiven Shopbetrieb Produktbewertungen eingesehen und verwaltet werden. Außerdem liegt ein Menüpunkt „Google Base“ und „Google Sitemap“ vor, bei denen es sich um Möglichkeiten der Suchmaschinenoptimierung handelt. Das Hinzufügen der Produkte, Attribute und Gruppen ist ebenso einfach wie die Installation des Systems. Besonderen Spaß sollte allen Shopbetreibern die Möglichkeit machen, das Produkt mit sehr vielen Informationen versehen zu können, sodass sich beispielsweise Sonderangebot, Einführungsdatum, Steuern und zahlreiche andere Informationen definieren lassen. Besonderes Highlight ist meiner Meinung nach auf der generierten Produktseite die Bildanzeige. Sie zeigt dem Kunden das Bild als Thumbnail und gibt die Möglichkeit in das Bild hineinzuzoomen. Dieses kleine aber sehr interessante Feature macht den Einkauf auch für den Kunden zu einem Erlebnis.
Eine Testbestellung meines Produktes gibt dem Kunden die Möglichkeit sich für den Shop zu Registrieren oder als Gast zu kaufen. Als wiederkehrender Kunde lohnt sich eine Registrierung, bei einmaligen Käufen reicht ein Gasteinkauf vollkommen aus, da alle wichtigen Informationen sowohl bei der Registrierung als auch bei einer Bestellung als Gast angegeben werden müssen. Dieses Feature senkt meiner Meinung nach die Hemmschwelle etwas zu kaufen erheblich und sollte den Abverkauf steigern.
Nachdem ich nun sehr viel über die Produkte und die Unterseiten, die mit diesen zusammenhängen geschrieben habe, möchte ich noch auf weitere Konfigurationsmöglichkeiten eingehen. Der nächste Backend-Menüpunkt beschäftigt sich mit der Möglichkeit der Kundenverwaltung. Da mir hier keine besonderen Features aufgefallen sind, werde ich sofort zum nächsten Punkt „Promotions“ übergehen. Hier lassen sich Rabattaktionen für bestimmte Produkte oder einen ganzen Warenkorb einfach konfigurieren. Wie auch schon bei den Produkten können Daten für Zeitraum der Gültigkeit der Rabatte eingestellt werden, sodass es möglich ist Aktionen einzustellen und diese automatisch enden zu lassen. Der Shopbetreiber spart durch diesen Zeitfunktionen an vielen Stellen des Shops sehr viel Verwaltungsarbeit. Neben Promotion-Aktionen können über das Backend automatisiert Email-Newsletter an Kunden verschickt werden. Auch diese können zeitlich terminiert werden, sodass diese beispielsweise schon einige Tage zuvor geschrieben und konfiguriert werden können und an einem bestimmten Tag automatisiert durch das System verschickt werden. Insgesamt stecken in Magento einige interessante Tools um Kunden in den Shop zu locken und sie zur Wiederkehr zu animieren.
Als weitere Funktion, die ich im Moment allerdings noch nicht getestet habe stehen natürlich zahlreiche Erweiterungsplugins zur Verfügung. Diese decken die noch fehlenden aber nicht zwingend nötige Bereiche des Systems ab (wie zum Beispiel: Geschenkgutscheine, Service-Chat usw.).
Bevor ich aus dem Schwärmen über Magento nicht mehr herauskomme muss ich nun aber auch noch eine negative Seite ansprechen, die wohl nicht nur mir aufgefallen ist. So berichtete auch das t3n-Magazin, dass Magento sehr Serverhungrig ist. Dieser Kritik muss ich klar zustimmen. Zum Teil dauert das Speichern von neuen Konfigurationen oder Produkten leider 1-2 Sekunden. Ein nützliches Plugin mit dem Namen „Fooman Speedster“, welches einige Scripte zusammenfasst und das System somit erheblich beschleunigt, soll diese Problematik abschwächen. Persönlich habe ich dieses Beschleunigungstool noch nicht installiert, werde dies aber in den nächsten Tagen machen.
Fazit: Magento ist für mich eine echte Alternative zu xtCommerce und osCommerce. Es besticht durch Übersichtlichkeit und einer Unmenge von Funktionen, die das Herz eines Shopbetreibers höher schlagen lassen sollten. Zum Thema Erweitungen und Designanpassungen kann ich im Moment noch nichts sagen, da dieser Artikel sonst zu stark ausgeartet wäre. Doch ich bin überzeugt, wenn dies ebenso einfach und unkompliziert möglich ist, wird Magento sich auf längere Sicht im Bereich der Open-Source-Shops durchsetzen. Eine echte Alternative stellt es bereits jetzt dar und sollte durchaus in Betracht bezogen werden, wenn über ein neues Shopsystem beraten wird.

Stefan Borchert - 04.10.2009 19:00:38 Uhr
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