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Kunden entwickeln neue Produkte mittels Socialmedia

geschrieben am: 11.06.2010 10:43:44 Uhr, Typ: Blog
Tags zu diesem Artikel: Facebook Twitter Marketing Socialmedia

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Was bis lang nur bei kleinen Unternehmen möglich war, entdecken nun auch größere Unternehmen für sich – die Kraft der Kunden durch individuelle Erfüllung der Kundenwünsche. Bekanntestes Beispiel in Deutschland ist „MyMüsli“ (@mymuesli), ein Unternehmen, welches individuelle Müsli-Mischungen vertreibt. In den letzten Monaten gab es zahlreiche Nachahmer, sodass inzwischen auch das eigene Parfum, das eigene Stofftier oder die eigene Fruchtsaftmischung erstellt werden können. Doch bisher handelt es sich stets um kleine Firmen oder Start-Ups, die sich in den Markt in direkter Kundennähe wagen.


In Amerika gehen Unternehmen nun einen Schritt weiter und bieten Kunden die Möglichkeit, sich in den Dienst des Unternehmens zu stellen und mittels Facebook, Twitter oder anderer sozialer Netzwerke ihre eigenen Produktkreationen dem Unternehmen vorzuschlagen. Der US-Pizzalieferant „Papa John’s“ organisierte auf Facebook einen Wettbewerb der Nutzer um die perfekte Specialty-Pizza. Dabei konnten alle Nutzer Vorschläge machen und fremde Vorschläge bewerten. Die am besten bewerteten Rezepte wurden von Geschmackstestern überprüft und wohlschmeckende Kreationen wurden auf die Speisekarten gesetzt. Nach einem halben Jahr wurde ausgewertet und der Facebooknutzer, der die Rezeptur erstellt hat, wurde an den Einnahmen des halben Jahres beteiligt und erhält einen Gutschein für lebenslange Gratis-Pizza des Pizzalieferanten.


Hier in Deutschland trauen sich die meisten Unternehmen noch nicht so weit in die Interaktion mit den Kunden, doch auch hier sind bereits Ansätze zu finden. „Al Verde“, die Naturkosmetik-Linie der Drogeriemarktkette „dm“ will zu Weihnachten Kundenwünsche erfüllen und eine spezielle Produktreihe auf den Markt bringen. Doch dieses Vorgehen ist in Deutschland - wie bereits gesagt- eher die Ausnahme. Derzeit sind Unternehmen hierzulande noch am klassischen Feedback zu neuen Produkten interessiert. So veranstaltete beispielsweise die Firma „ültje“ vor kurzem einen großen Produkttest, bei dem zahlreiche Testpakete nach einer Bewerbungsphase kostenlos an Endverbraucher geschickt wurden, um das Produkt öffentlich und ehrlich auf der Website des Nussherstellers zu bewerten. Twitter wurde als weiterer Kommunikationskanal gewählt und so machten zahlreiche Twitternutzer ihre Bewertung auf der Herstellerseite auch in den sozialen Netzwerken publik.


Doch ich denke, dass es auch hier zu Lande nur eine Frage der Zeit ist, bis die Unternehmen das Potential der Nutzer der sozialen Netzwerke erkennen. Als Betreiber des größten Archivs deutschsprachig twitternder Marken, stelle ich ebenfalls fest, dass immer mehr Unternehmen die direkte Kommunikation mit ihren Kunden für sich entdecken. Die einseitige Beschallung mit Werbebotschaften funktioniert heute nicht mehr richtig und die Kommunikation stellt den Schlüssel zu einer Identifikation des Kundens mit dem Unternehmen dar. Kürzlich haben Forscher diese Beziehungen bestätigt, da sie bei ihren Ergebnissen herausgefunden haben, dass Personen ihrer Marke zu 50% mehr Treue halten, wenn diese mit ihnen in Interaktion tritt. Es heiß ja schließlich nicht um sonst auf Twitter „Follower“ und bis vor kurzem auf Facebook „Fan-Seite“. In diesem Zusammenhang finde ich, dass der alte Begriff des Fans viel wertiger ist, als die neue Bezeichnung „Gefällt mir“ bzw. in der englischen Version „Like“.

Stefan Borchert - 11.06.2010 10:43:44 Uhr
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