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Jack Wolfskin auf Irrwegen

geschrieben am: 19.10.2009 18:17:45 Uhr, Typ: Blog
Tags zu diesem Artikel: Abmahnung Jack Wolfskin fail Marke

Das ist mal nach hinten losgegangen! Egal wie man es ausdrücken will – man kann die Stategie, die Jack Wolfskin mit ihrer Abmahnwelle gefahren hat nicht treffender beschreiben.
Doch beginnen wir am Anfang der Geschichte: Auf dem Portal DaWanda, einem Onlinemarkplatz für Handarbeiten, hat die Firma Jack Wolfskin eine Vielzahl von Nutzern anwaltliche Abmahnschreiben zukommen lassen, da sie Motive mit Pfoten verwendet haben. So wurde beispielsweise Martina Hopf als Markenpiratin mit einer entsprechenden Abmahnung versehen, da sie Kirschkernkissen, Babystrampler und Stickereien mit Pfotenmotiven, die meiner Meinung nach keine Ähnlichkeiten zur Jack Wolfskin-Marke haben (außer dem Pfotenmotiv), hergestellt und verkauft hat.
Jack Wolfskin argumentiert inzwischen in einer öffentlichen Mitteilung, dass Abmahnungen wegen der Markennähe nötig gewesen seien (Quelle: Stellungnahme Abmahnung von DaWanda-Anbietern wegen Markenrechtsverletzungen 19. Oktober 2009 [Link am Ende des Blogeintrags!]). Mir stellt sich bei dieser Tatsache die Frage, wie man Markennähe definiert und ob eine Kontaktaufnahme mit den entsprechenden Verkäufern nicht ausgereicht hätten.
Doch weiter im Text… durch das riesige Echo im Internet geht diese Abmahnung nur kräftig nach hinten los. Sekündlich erscheinen neue Nachrichten auf Twitter und Newskommentare zu Blogeinträgen auf verschiedenen Blogs, die sich über das Vorgehen von Jack Wolfskin aufregen und das Vorgehen kritisieren. Einige Karikaturen behandeln die Thematik ebenfalls und runden die Beschwerdewelle, das Mitgefühl mit den Abgemahnten und das Unverständnis für die Vorgehensweise des Konzerns ab. Es geht inzwischen sogar schon so weit, dass einige Kommentare und Tweets auf das Jack Wolfskin Kontaktformular verweisen und dazu aufrufen, dass jeder verärgerte Kunde seine Jack Wolfskin Treue offiziell beim Unternehmen kündigen solle.
Der/Die Mitarbeiter, die diese Abmahnungen zu verantworten haben, sollte sich morgen evt etwas wärmer anziehen (North Face soll gute Jacken haben ;) )! Den Ansehensverlust der Marke, die eigentlich für Freiheit und Weltoffenheit steht und nun komplett gegenteilig agiert, wir noch einige Zeit nachhallen! Auf jeden Fall zeigt sich aktuell die Macht des Web2.0…
PS: Kleiner Spaß am Rande: Müssen wir uns nun um unsere Haustiere sorgen?

Stefan Borchert - 19.10.2009 18:17:45 Uhr
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Kommentare zu diesem Beitrag:

1.

Danny
schrieb am: 19.10.2009 21:35:02 Uhr

Wieso lernen die Leute in den entsprechenden Abteilungen eigentlich nicht aus Fehlern anderer? Man denke nur an JAKO (ca 2-3 Monate her) - da ist es ja relativ ähnlich gelaufen!

2.

Shoptrainer,de
schrieb am: 20.10.2009 06:50:50 Uhr

Interessant ist auch folgender Ansatz: In Zeiten von Web 2.0 muss man sich nicht gleich alles gefallen lassen. Gewusst wo und wie gilt es Dinge zu kommunizieren und zu diskutieren. Wo geht das schneller und effizienter als im Web 2.0?
Schade, um den guten Eindruck, den wir bisher alle von Jack Wolfskin gehabt haben.. Wie erkläre ich nun aber meinen Freunden und meinem Bruder, dass ich mit deren Jacken nicht mehr konform gehe ;-). Eigentlich wollte ich mir auch eine Jacke von JW zulegen!
Als Tochterunternehmen von Globetrotter sollte auf jeden Fall etwas mehr an Feingefühl gezeigt werden. Und auch wir glauben nicht, dass die Stickereien eine bewusste Kopie darstellen sollten. Irgendwo gab es dazu auch Bilder - so viel Ähnlichkeit wie ein Apfel und eine Birne - die Pfote hat mit JW einfach sehr wenig zu tun.
Bei dem ganzen hilft irgendwie auch nicht der schicke Magento Onlineshop von Jack Wolfskin.

3.

Stefan ( http://www.stefan-borchert.de )
schrieb am: 20.10.2009 14:30:57 Uhr

@Danny muss dir Recht geben... es sieht wirklich stark danach aus, als würden die Unternehmen zum Teil nichts aus den Fehlern anderer lernen... - Jako hatte noch den Vorteil, dass sie in Deutschland relativ unbekannt waren und nun sogar ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen haben (wenn auch negative!)
@Shoptrainer: Ich bin der Meinung, dass allgemeine Zeichen, die es 1000 Mal in irgendwelchen Geschmacksmustern gibt, grundsätzlich anders betrachtet werden sollten als individuelle Geschmacksmuster, die "einmalig" sind. Außerdem sollten Großkonzerne nicht sofort die großen Geschütze auffahren - Ein freundlicher Hinweis hätte es sicherlich auch getan.

4.

medyum
schrieb am: 20.02.2010 04:00:26 Uhr

Wir danken Ihnen für Informationen

 

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